Die Idee zu diesem Projekt geht auf die Videos des britischen YouTubers Tom Davies (GeoWizard) zurück, der mehrfach versucht hat, in einer schnurgeraden Linie quer durch Wales und Norwegen zu wandern. Als ich überlegte, eine ähnliche Challenge im kleineren Maßstab mit Freunden auszuprobieren, wurde mir schnell klar, dass es kein einfaches Werkzeug gibt, um solche Missionen im Nachhinein auszuwerten — wer ist wirklich am genauesten gelaufen, wie groß war die maximale Abweichung, und wer verdient welche Platzierung? Genau für diese Fragen habe ich den Straight Line Mission Plotter gebaut.


Left: Desktop — 3D terrain with basemap switcher expanded, Right: Mobile — stacked sidebar over map
Die Anwendung läuft vollständig im Browser, ohne Installation, ohne Account und ohne Server. Man lädt die geplante Linie als GPX-Datei hoch oder zeichnet sie mit zwei Klicks direkt auf der Karte ein, fügt pro Team die jeweilige GPS-Aufzeichnung als GPX- oder Garmin-FIT-Datei hinzu, und sofort werden für jedes Team die maximale Abweichung berechnet und farblich auf der Karte hervorgehoben, automatisch Medaillen vergeben — Platin, Gold, Silber oder Bronze je nach Genauigkeit — und alle Teilnehmenden in einem Live-Leaderboard sortiert.
Besonders viel Mühe habe ich in die Visualisierung gesteckt. Vier Kartenstile lassen sich per Klick wechseln: eine klassische Straßenkarte, eine topografische Ansicht mit Höhenlinien, ein Satellitenbild und ein vollständiges 3D-Gelände mit drehbarer Kamera. Ein integrierter Live-Playback-Modus animiert alle Teams gleichzeitig auf der Karte — wahlweise mit bis zu 500-facher Geschwindigkeit und Namensschildern über den jeweiligen Markern, sodass sich auch Läufe vergleichen lassen, die an unterschiedlichen Tagen stattgefunden haben.

Technisch ist der Plotter bewusst schlank gehalten: Die gesamte Anwendung besteht aus einer einzigen HTML-Datei von rund 200 KB, schwerere Bibliotheken werden nur bei tatsächlichem Bedarf nachgeladen, und sämtliche Berechnungen laufen lokal — die GPS-Daten verlassen den Rechner zu keinem Zeitpunkt. Eine 2D-Projektion mit Douglas-Peucker-Vereinfachung und ein räumlicher Index sorgen dafür, dass selbst sehr lange Tracks innerhalb von Millisekunden ausgewertet werden, während ein Web Worker die Oberfläche jederzeit reaktiv hält. Das Layout passt sich an mobile Geräte an, und die Seite lässt sich als Progressive Web App auf dem Smartphone installieren.
Die Ergebnisse können als PDF-Bericht — eine A4-Seite pro Team mit Statistiken, Karten-Snapshot und Höhenprofil —, als WebM-Video mit Namensschildern und Zeitcode oder als GPX-Datei mit der geplanten Linie exportiert werden. Die Anwendung ist frei zugänglich unter straightlinemission.app, der Quellcode liegt offen auf GitHub. Wer keine eigenen GPS-Aufzeichnungen zur Hand hat, kann über die Schaltfläche „Try with demo data" eine Beispielmission mit zwei simulierten Teams laden und sämtliche Funktionen direkt ausprobieren.